Kreisverband der LandFrauenvereine Land Hadeln - Cuxhaven
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Rückblick 2020

Handlettering

 

Am 10. Oktober veranstaltete der LandFrauenverein Börde Lamstedt zwei Handlettering – Kurse unter dem Motto „Mit Liebe von Hand gestaltet und geschrieben“. Freundlicherweise hatte die Samtgemeinde Börde Lamstedt das lichtdurchflutete geräumige Sitzungszimmer des Rathauses zur Verfügung gestellt, so dass die Teilnehmerinnen alle Coronaregeln befolgen konnten. Die junge Dozentin, Johanna Mahler hatte die Arbeitsplätze der Teilnehmerinnen sorgsam vorbereitet: An jedem Platz war ein Klemmbrett mit Arbeitsblättern zum einzuübenden Alphabet und weiteren Beispielen. Ein Bündel mit Brushpen (Pinselstift), Fineliner, Bleistift und Radierer und einem fröhlich gestalteten „Hallo-Anhänger“ lag daneben bereit.

Nach kurzer Einleitung und Vorstellrunde, demnach hatte die Veranstaltung schon im März stattfinden sollen, erklärte die begeisterte Designerin anschaulich die besondere Technik des Handlettering. Durch eine besondere Halterung an ihrem Laptop verbunden mit einem Beamer konnten ihr die Teilnehmerinnen ihr direkt beim Schreiben zusehen. Wichtig war die besondere Stifthaltung des Brushpen und dünne Aufstriche und dicke Abwärtsstriche. Mit kontemplativer Konzentration und der Zungenspitze zwischen den Zähnen übten die Frauen große und kleine Buchstaben. Viele fühlten sich an die Schönschreibstunden in der Grundschule erinnert. Es war so still.

Während der Übungsphasen lobte Frau Mahler ihre Schülerinnen und gab umsichtig Tipps zur Stifthaltung und Schreibtechnik.

Zum Abschluss gestalteten alle Teilnehmerinnen eine vorbereitete Weihnachtskarte, auf der die erlernte Technik gleich angewendet wurde.

Die Teilnehmerinnen waren mit Begeisterung dabei. Sie erhoffen sich eine Fortsetzung mit weiteren Anregungen. Die gibt es auch in entsprechender Literatur und im Internet unter „Pinterest“ zum Beispiel. Doch in der Gruppe macht es einfach mehr Spaß.

 

 

Diabetes ist kein Zuckerschlecken

 

Zu einer besonderen Bildungsveranstaltung hatte der LandFrauenverein der Börde Lamstedt eingeladen. Der Facharzt für Diabetologie Dr. med. Henry Kayser aus Bremervörde hielt einen äußerst interessanten Vortrag zum vielschichtigen Thema Diabetes. Von dieser Stoffwechselstörung sind nahezu 8 Millionen Menschen betroffen, also fast jeder Zehnte. Deshalb ist es wichtig, mehr darüber zu erfahren.

Zunächst beschrieb Dr. med. Kayser die Diabetes-Typen nach den Leitlinien der Deutschen-Diabetes-Gesellschaft, bevor er die am häufigsten vorkommenden gegenüberstellte. An Typ 1 erkranken zumeist Kinder und Jugendliche plötzlich mit deutlichen Krankheitssymptomen wie übermäßiger Durst, erhöhte Harnausscheidung und starken Gewichtverlust. Zur Therapie muss Insulin verabreicht werden, da die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr produziert. Heilung ist nach bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht möglich. Das betrifft etwa 400000 Menschen in Deutschland.  Die meisten Diabetiker, 8 Millionen, leiden unter Typ 2, dem sogenannten Altersdiabetes. Der Beginn der Erkrankung ist schleichend und deshalb schwer zu erkennen. Die Personen sind zumeist älter und übergewichtig. Es besteht eine hohe Vererbungswahrscheinlichkeit. Als Therapie wird Bewegung und Ernährungsumstellung empfohlen. Bei Diabetes Typ 2 liegt zu Beginn der Erkrankung kein Insulinmangel, sondern ein Insulinüberschuss vor. Dabei ist zu beachten, dass zu viel Insulin Hungergefühl verursacht und den Stoffwechsel verändert, so dass es zur Gewichtszunahme kommen kann. Hier kann zusätzlich die Einnahme von Tabletten helfen. Der Diabetes Typ 2 wird in den letzten Jahren zunehmend auch bei jüngeren Menschen diagnostiziert.

Anhand von Folien mit Bildern von roten Blutkörperchen, an denen sich Zuckermoleküle anlagern, veranschaulichte Dr. Kayser den Verschluss von feinen Blutgefäßen und Nervenbahnen. Diabetes kann zahlreiche Folgeerkrankungen nach sich ziehen, die vor allem Gehirn, Augen, Nieren, Nerven, Durchblutungsstörungen und krankhafte Veränderungen an Knochen und Gelenken betreffen. Spezielle Diätlebensmittel sind nicht notwendig, doch der Verzicht auf Weißmehl, Zucker und Süßigkeiten sowie aufs Rauchen ist gesundheitsfördernd. Alkohol sollte nur in Maßen genossen werden. Am Beispiel von drei geeigneten Mahlzeiten am Tag  stellte Dr. Kayser heraus, dass für Diabetiker ungesunde Bestandteile der Mahlzeit nur ausgetauscht werden sollten. Gemüse, Salate und ungesättigte Fette bereichern die Ernährung. Patienten müssen gut auf sich Acht geben was Schuhwerk und Fußpflege anbelangt. Kleinere Wunden müssen sofort ärztlich versorgt werden. Trockene Füße, vermindertes Schmerz- und Temperaturempfinden sind typische Zeichen des diabetischen Fußes. Anhand von weiteren Bildern demonstrierte Dr. Kayser richtiges Setzen der Spritzen mit 5 bis 8 mm langen Nadeln zur einmaligen Nutzung.

Im Folgenden gab der Diabetologe einen umfassenden Überblick über Kontrollen und Therapien, auch durch weitere Fachärzte. Er stellte viele verschiedene Insuline vor, die entsprechend dem individuellen Bedarf des Patienten verordnet werden. Bei Patienten die Insulin spritzen können Blutzuckerselbstmessungen zu einer Verbesserung des Langzeitwertes beitragen. Heilmittel und Behandlungen seien komplex. Da so viele Menschen einen Diabetes haben, werde unermüdlich geforscht und neue Ergebnisse lassen nicht lange auf sich warten. Inzwischen gibt es schon Blutzuckermessgeräte die kontinuierlich den Blutzucker messen, eine künstliche Bauchspeicheldrüse für Diabetiker Typ 1 und Nasenspray für den Notfall bei lebensgefährlicher Unterzuckerung. Er bedauerte, dass Diabetiker oftmals erst zu spät zum Spezialisten kämen. Zur mehrstündigen Schulung brauche man seine Teilnahme nur anzumelden.

Im Anschluss an den spannenden Vortrag nutzten die Zuhörer die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Dabei kam zur Sprache, dass die Kennzeichnung der Lebensmittel mit Ampelfarben beim Einkauf „gesunder“ Lebensmittel in Zukunft helfen soll. Süßstoff in Lebensmitteln und Getränken hält Dr. Kayser für unbedenklich für den Blutzucker. Projekte der LandFrauen wie den „Ernährungsführerschein“ in der Grundschule Börde Lamstedt und dessen Weiterführung in der Oberschule hätte Dr. Kayser sich für seine eigene Schulzeit schon gewünscht. Natürlich kam die Problematik mit dem Corona-Virus auch zur Sprache. Das, so meinte der Mediziner, sei bei gut eingestellten Diabetikern nicht gefährlicher als bei Gesunden. Doch äußerst wichtig sei, dass jeder sein eigener Arzt sein müsse. „Der Diabetes verschwindet nicht.“

Frau Karin Fuhrberg dankte Herrn Dr. Henry Kayser mit einem Präsentkorb, in dem sich vor allem Lamstedter Molkereiprodukte befanden. Der Diabetologe, selbst Diabetiker Typ 1, freute sich: Diabetiker müssen nicht auf Gutes verzichten.

Brigitte Meldau

 


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Die Bildungsarbeit findet in

Zusammenarbeit mit der
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