Kreisverband der LandFrauenvereine Land Hadeln - Cuxhaven
Kreisverband der LandFrauenvereineLand Hadeln - Cuxhaven

LandFrauenverein Börde Lamstedt

Aktuelles

Kreativ-Workshop am 28.11.2019

Tabu-Themen, Tee und Humor

 

Ein thematisch vollkommen gegensätzliches Programm bot der diesjährige Teeabend den LandFrauen der Börde Lamstedt. Da der LandFrauenverein sich immer auch mit Themen befasst, die von der Wiege bis zur Bahre zeitweilig bedeutsam sind, hatte Karin Fuhrberg, die Vorsitzende, Vertreterinnen der Hospizgruppe Land Hadeln e. V. eingeladen. Dieser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, schwer kranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen zu unterstützen und zu begleiten. Da viele Erwachsene die Themen Sterben und Tod gern verdrängen, ist es den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein wichtiges Anliegen, damit an die Öffentlichkeit zu treten. Im gut besuchten Bördehus Lomst informierten Frau B. Meyer, Koordinatorin und Frau A. Bardenhagen-Strunck über ihre vielseitigen Tätigkeiten: Verbindung zur Außenwelt halten, gemeinsam spazieren gehen, kleine Besorgungen erledigen, miteinander reden, zuhören, singen, still am Bett sitzen, miteinander lachen, weinen, die Hand halten, offen sein für Fragen usw. Die Zuhörerinnen erfuhren, dass die Koordinatorin ein Erstgespräch führt, um den Betreuungsbedarf zu klären. Danach wählt sie die „Begleiterin am Lebensende“ aus, die ihre Besuche dann selbst mit der Familie des Betroffenen abspricht. Die Begleiterinnen, bzw. Begleiter sind durch eine einjährige Ausbildung auf ihre Tätigkeit vorbereitet und nehmen später einmal im Jahr an einer Fortbildung teil. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, alle 8 Wochen an einer Supervision teilzunehmen. Die Begleitung am Lebensende ist kostenlos. Sie kann in der Familie stattfinden oder auch im Seniorenheim oder Krankenhaus. Zum Abschluss bestätigten die Referentinnen, dass Trauerbegleitung eine Bereicherung für beide Seiten sei. Für die starke Initiative zollten die LandFrauen höchsten Respekt, der in den anschließenden Fragen zum Ausdruck gebracht wurde.

Auf einem mit einem Engel aus Holz liebevoll ausgestatteten Informationstisch lagen Bücher aus, die sich die interessierten Besucherinnen gerne ansahen. Flyer mit dem Titel „Leben bis zuletzt“ und Gesprächscafé und Abend Tee für Trauernde, ebenfalls ein Angebot der Hospizgruppe, wurden dankbar angenommen.  

In der Pause reichten die Heeßeler und Wohlenbecker Landfrauen aromatischen Roibusch-Tee. An den vielen verschiedenen Kekssorten war das  „Gute-Kekse-backen-Gen“ deutlich herauszuschmecken. Eine Mischung davon, sehr hübsch mit einer bunten Serviette und farbigem Bast im umweltfreundlichem Weckglas gab es dann als Dank sowohl für die Vertreterinnen der Hospizgruppe als auch für die Leserinnen der plattdeutschen Geschichten.

Die Plattdeutsch-Gruppe aus Ihlbeck hatte unter der Leitung von Helga Echternkamp sich auf einige lustige Geschichten vorbereitet. Eine der ausgewählten verfasste Ina Müller. Zwischen den Geschichten war immer mal wieder Zeit zu schnacken oder sich auf ausgelegten Listen für weitere Veranstaltungen der LandFrauen anzumelden. So schloss dieser Abend wie es sich für einen Teeabend gehört: gemütlich und alle konnten mit einem Lächeln auf den Lippen nach Hause gehen.

Brigitte Meldau

Kampf gegen Keime

von Brigitte Meldau

LandFrauen sind dafür bekannt, dass sie sich kein X für ein U vormachen lassen wollen. Sie informieren sich zeitweilig auch mit Hilfe fachkompetenter Personen. Auf Einladung des LandFrauenvereins Börde Lamstedt teilten sich der Internist Dr. Ralf Koppermann und die Hygienefachkraft Frau Maike Kierstein einen Vortrag über das Thema „Krankenhauskeime – Wie gefährlich sind sie und was kann man dagegen tun?“

Zunächst beleuchtete Herr Dr. Koppermann die medizinische Seite: Keime brauchen wir zum Überleben als Schutzschild auf der Haut und im Darm zur Verdauung. Babys kommen keimfrei auf die Welt. Forschungen ermittelten, dass es auch schon in der Steinzeit gefährliche Keime gab. Gegen multiresistente Keime, die bei Patienten und deren Angehörige viele Ängste und Bedenken hervorrufen, ergreifen Krankenhäuser effektive Maßnahmen. Patienten und Besucher werden mit einbezogen.

Die Krankheitslast erscheint vergrößert. Ursachen sind im häufig unnötigen Antibiotikaeinsatz, Ertragssteigerungen in der Lebensmittelindustrie, Tourismus, Belastung von Kriegsgebieten, Gewässern und riesigen Müllmengen der Überflussgesellschaft  zu suchen.

Dr. Ralf Koppermann hob hervor, dass sich Menschen durch richtiges Händewaschen und Desinfektion vor krank machenden Erregern schützen können. Und einen speziellen Krankenhauskeim gebe es nicht.

Hygienefachkraft Frau Maike Kierstein, stellte fundiert durch wissenschaftliche Untersuchungen die praktische Umsetzung von Hygienemaßnahmen heraus. Sie zeigte das stark vergrößerte Modell eines Staphylococcus aureus, zusammenhängende goldene Kugeln. Diese Keime werden bei Patienten nach Vorschrift durch das Robert-Koch-Institut mit Hilfe von Abstrichen diagnostiziert. Eine Besiedelung der Haut durch diese Keime bei Menschen mit intaktem Immunsystem sei nicht gefährlich, doch bei Patienten mit offenen Wunden sei Sorge zu tragen, dass diese nicht in den Körper gelangen. Übertragungen finden in der Regel durch körperlichen Kontakt statt, seien aber auch durch Alltagsgegenstände und Umgebung möglich. Bei Infektionen greifen besondere Maßnahmen zur Hygiene und zur Sanierung. Für weitere Informationen bietet sie wie auch Hygienefachkräfte in weiteren Krankenhäusern, mit denen sie vernetzt ist, Beratung an.

Des Weiteren berichtet sie von Fällen aus der Praxis. Von 30000 behandelten Patienten im Jahr 2018 im Elbe Klinikum Stade waren 170 mit MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) besiedelt. 164 Patienten hatten diese Keime schon mitgebracht. Mit kriminalistischem Spürsinn fanden Hygienefachkräfte heraus, dass ein ins Krankenhaus als Notfall mit einem leichten Schlaganfall eingelieferter Schiedsrichter dieses Bakterium durch das Wasser eines Baches, in den er gefallen war, bekommen hatte. Diese Patienten werden im Krankenhaus isoliert und besonders behandelt. Sie dürfen und sollten besucht werden, nur müssen Besucher unbedingt besondere hygienische Maßnahmen befolgen.

Für die Hygiene zu Hause gab Frau Kierstein weitere Tipps: Man sollte im Normalfall nicht übertreiben. Sterilium für werdende Großeltern ist nicht notwendig ebenso wenig wie Sagrotan als Putzmittel. Diese schädigen auch die guten Keime, die lebensnotwendig sind. Gründliches Händewaschen ist wichtig.

Mit großem Interesse sahen sich die LandFrauen präparierte Petrischalen mit verschiedenen Keimen an, die Frau Kierstein mitgebracht hatte. In einer hatte sich ein Penicillinpilz ausgebreitet, in anderen konnte man Resistenzmuster erkennen. Als Souveniers nahmen sich die Zuhörerinnen gerne die ausgelegten Flyer mit. Am Ende dieses äußerst interessanten und von lebendigem Austausch geprägten Vortrags nahmen alle die Erkenntnis mit, dass es den besonderen Krankenhauskeim nicht gibt. Es gibt aber gefährliche Keime, bei denen man große Vorsicht walten lassen muss und die vor allem Menschen mit geschwächter Abwehr und mit offenen Wunden infizieren können. Seitens der Krankenhäuser werden große Anstrengungen unternommen, um wirksame Hygienemaßnahmen  anzuwenden und Menschen darüber aufzuklären. Es ist Herrn Dr. Ralf Koppermann und Frau Maike Kierstein gelungen, den Anwesenden die Angst vor Ansteckung durch Keime zu nehmen, da man selber viel zur Vorbeugung tun kann.    


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